Migräne

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Neurologische Praxis

Dr.med. Klaus Bartylla       

Migräne: An manchen Tagen habe ich heftige Kopfschmerzen. Dann ist mir häufig schlecht, ich möchte mich eigentlich nur hinlegen, am besten das Licht ausmachen und schlafen.


Migräne gehört zu den häufigsten Kopfschmerzarten in Deutschland. Etwa 10% der Bevölkerung sind betroffen. Bei den Erwachsenen leidet etwa jede 6. Frau an Migräne und jeder 16. Mann. Migräne betrifft aber auch schon in hohem Maße Kinder und Jugendliche, wobei in diesem Alter Jungen und Mädchen gleich häufig erkranken. Im Kindesalter prägen sich Migräneattacken häufig weniger typisch aus. Die Schmerzen können kürzer anhalten, die Frequenz kann hoch sein, oft werden Kopfschmerzen nicht deutlich entwickelt und die Kinder klagen nur über heftige Übelkeit oder Schwindel, gelegentlich auch Bauchschmerzen. Die größte Häufigkeit zeigt die Migräne im Alter zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr, in diesem Alter sind Frauen 3x häufiger betroffen als Männer.

Typische Charakteristika der Migräne sind der Mangel an Appetit, die Übelkeit (80%), die Licht- und/oder Geräuschempfindlichkeit (50-60%) in der Attacke. Nach Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft halten die Kopfschmerzen 4 bis 72 Stunden an. 15-20% der Migräneattacken sind von einer Aura begleitet. Darunter werden neurologische Störungen subsummiert, welche sich meist zu Beginn der Attacken abspielen und meist das visuelle System betreffen mit Sehen von Zackenmustern, Skotomen oder unscharfem Sehen. Es können aber auch sensorische oder motorische Symptome auftreten. Davon abzugrenzen sind Vorboten einer Migräne, welche ebenfalls bei vielen Patienten beobachtet werden in Form von Heißhunger, Müdigkeit oder häufigem Gähnen. Vorbotensymptome können der Migräne ein bis zwei Tage vorausgehen.

Migräneauslösend ist im hohem Maße Stress, sowie bei Frauen die Hormonschwankung im Rahmen des Regelzyklus mit Migräneattacken oft zum Zeitpunkt der Regelblutung. Daneben können Störungen circadianer (= den Tagesverlauf betreffend) Rhythmen wie Schlaf- und Essrhythmen migräneauslösend sein. Als Beispiel gelte das späte Aufstehen am Wochende im Gegensatz zum sonst frühen Aufstehen werktags. Viele Migränepatient/inn/en berichten über eine Auslösung von Migräneattacken durch den Konsum bestimmter Nahrungs- oder Genußmittel wie Alkohol, Schokolade, Käse oder Rotwein, auch Kaffee.

In der medikamentösen Attackenbehandlung ist zu beachten, daß Migränemittel rechtzeitig einzunehmen sind, damit sie wirken können. In der späten Migränephase geht die Wirkeffizienz stark zurück. Häufig muss eine Schmerzmittel oder Triptan mit einem Mittel gegen die Übelkeit ergänzt werden. Bei gehäuften oder besonders schweren Attacken kann eine medikamentöse Langzeitbehandlung zur Senkung der Attackenfrequenz erfolgen. 

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